VORTRAG AM 17. OKTOBER: Gerechtigkeit durchs Internet – Teil 2

Klimaschutz und Gerechtigkeit betreffen auch IT-Konzerne – und wie wir BürgerInnen mit deren Angeboten umgehen. Im ersten Teil ging es um‘s Online Suchen und Einkaufen 

Unsoziale Netzwerke

Kann ein soziales Netzwerk unsozial sein? Urteile selbst: Auf Facebook kann jeder zunächst alles posten. Doch was ist mit Gewaltdarstellungen oder hasserfüllten Kommentaren? Hunderte Mitarbeiter müssen solche Beiträge wie am Fließband sichten und über das Löschen entscheiden. Die meist jungen Leute haben oft geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt und sind froh über diesen Job; die psychologische Betreuung lässt dagegen sehr zu wünschen übrig. Die Löschregeln sind sehr intransparent; manche sprechen von Willkür oder Zensur. Es gibt ein paar Alternativen zu Facebook, aber die wenigsten erreichen eine größere Anzahl von Menschen.

Ähnlich bei Messenger-Diensten: WhatsApp wurde an Facebook verkauft und liefert Nutzungsdaten an den Mutterkonzern. Vielen ist das suspekt – die Alternativen wie Threema, Telegram oder Wire sind trotzdem kaum bekannt.

Meine Erfahrung: Ich kann meine sozialen Kontakte sehr gut auch ohne Facebook pflegen. Eine Zeit lang war ich angemeldet und erlebte die allermeisten „Neuigkeiten“ in meiner Timeline als überflüssig und zeitfressend. Einen Messenger verwende ich nur für enge Kontakte und bin mit Wire recht zufrieden. 

Was tun, um etwas zu verändern?

Vieles ist bekannt, trotzdem wechselt kaum jemand zu den Angeboten, die es anders machen. Woran liegt das – an Bequemlichkeit, Zeitersparnis, Qualität, Kosten? Sicher an allem etwas. Vor allem auch an der Bekanntheit und daran, dass Menschen gerne dort sind, wo sich andere auch aufhalten – etwa in sozialen Netzen. Es gibt viele Insellösungen, nur keiner möchte alleine auf einer Insel leben. 

Oder, ist es Nutzern möglich, durch Abstimmungen das Verhalten großer Internetkonzernen zu verändern? Wohl kaum. Wie wäre es dann, wenn wichtige Internetdienste den Bürgern gehören würden? 

Wie können wir diesen Dilemmata entkommen? Mit solchen Fragen beschäftigen sich viele Gruppen – unter anderem auch die TechGenossen, eine Gruppe von Selbstständigen aus München und Umgebung. Sie hören hin, wo engagierten Bürgern der Schuh drückt, und entwickeln gemeinschaftlich Lösungen. 

Im Rahmen des Münchner Klimaherbsts diskutieren sie diese Themen mit einem breiten Publikum, am 17. Oktober 2017 in den Räumen der GLS Bank München.


Beitragsbild: © unsplash/Tom Sodoge

Text: Marcus Dietz, TechGenossen



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