Vortrag am 17. Oktober – Gerechtigkeit durchs Internet?

Facebook klaut unsere Privatsphäre, Amazon steht wegen des Umgangs mit Versandmitarbeitern in der Kritik. Ist das alles wirklich so dramatisch? Und, gibt es etwa keine Alternativen?

Gerechtigkeit ist mehr als Öko

Vielen Menschen, die nachhaltig leben möchten, sind Ökostrom und Biolebensmittel zu wenig. Sie wollen auch fair zu den Menschen sein, die die Produkte herstellen und Dienstleistungen erbringen. Nachhaltigkeit funktioniert für sie nur dann, wenn es insgesamt gerecht zugeht – auch ihnen selbst gegenüber. Doch wie kann das funktionieren?

Die ungeliebten Platzhirsche

Viele nachhaltig orientierte Menschen stören sich an den Geschäftspraktiken der großen Internetkonzerne, nutzen deren Angebote aber gleichwohl. Dies zeigte auch die Umfrage der TechGenossen zur Infrastruktur des Wandels.

Woran liegt das, und gibt es wirklich keine zufriedenstellenden Alternativen? Wie steht es ökologisch und sozial, aber auch qualitativ mit Online-Shopping, Suchmaschinen, sozialen Netzwerken und Kommunikation?

Grüne Datenkraken

Google setzt seit 2017 ausschließlich auf Ökostrom. Ist es deshalb ein „faires“ Unternehmen? Zweifel sind angebracht: Google sammelt alle möglichen Daten seiner Nutzer, die sich als Bürger jedoch fragen: setzt es die Daten für das Wohl der Nutzer und für das Gemeinwohl ein? Zahlt das Unternehmen Steuern in den Ländern, in denen es Gewinne einfährt? Geht es fair mit Wettbewerbern um – oder bevorzugt es eigene Dienste? – Trotz aller Zweifel bedeutet „im Internet suchen“ für 90 Prozent aller Deutschen, zu „googeln“. Das Verbraucherportal Utopia zeigt, welche Alternativen zu Google es gibt.

Meine Erfahrung: für fast alle Suchanfragen „des täglichen Bedarfs“ sind die alternativen Suchmaschinen völlig ausreichend. Nur ganz selten greife ich auf den Marktführer Google zurück.

Kontrollwütige Online-Shops

Amazon will alle Lebensbereiche durchdringen – Einkaufen vom Sofa aus, Wunscherfüllung durch Gedankenlesen. Kleinere, unabhängige Läden, aber auch Bio-Supermarktketten haben das Nachsehen. Was bequem ist für den Verbraucher, bedeutet für die Mitarbeiter oft viel Stress. Medien berichten immer wieder von unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Versandzentren, aber auch in der amerikanischen oder deutschen Konzernzentrale. Ist das gerecht? – Wer nachhaltig und fair einkaufen möchte, hat im lokalen Handel, aber auch in alternativen Online-Shops die Möglichkeit dazu.

Meine Erfahrung: Ein Leben ohne Amazon ist möglich J, weder besonders umständlich noch besonders teuer. Ich überlege mir einfach mehr, was ich wirklich brauche, muss nicht alles sofort haben, nehme Gebrauchtes und repariere, bekomme vieles im Bekanntenkreis, und kaufe den Rest bei (Versand)Händlern, denen ich zumindest mehr vertraue als der alles vereinnahmenden Amazone …

Soweit die zwei – für mich – einfachsten Bereiche, in denen man sich im Netz nachhaltig und ‚fair‘ betätigen kann.

Im Teil 2 geht es in einer Woche um die Fragen: kann ein soziales Netzwerk unsozial sein?

Und – wie schaffen wir das – Gerechtigkeit trotz oder gerade durch das Internet.

Vorschau: mit diesem weiten Feld beschäftigen wir TechGenossen uns auch als Team und laden ein zum interaktiven Vortrag: Gerechtigkeit durchs Internet – Schon zu spät oder jetzt erst recht?

Am 17. Oktober 2017 von 18 Uhr bis 20 Uhr im Rahmen des Münchner Klimaherbsts (Anmeldung).

 

Text: Markus Dietz Foto: Unsplash Tom Sodoge



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1 Kommentar zu “Vortrag am 17. Oktober – Gerechtigkeit durchs Internet?”

  1. […] Und hier gibt´s einen Vorgeschmack. […]

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