Mini-Abenteuer im Alltag – für Münchner

Viel zu häufig gehen wir – im wörtlichen und übertragenen Sinn – die Wege, die wir immer gehen, und machen das, was wir immer machen. Dabei warten abseits unserer ausgetretenen Pfade oft aufregende und erfüllende Erlebnisse, die unseren Horizont erweitern können.

Denkst du bei „Abenteuer“ zuallererst an gefährliche oder anstrengende Unternehmungen in fernen Gegenden? Dann denke doch mal „kleiner“. Kleine Abenteuer kannst du überall erleben und ohne dich in Lebensgefahr zu bringen. Wie wäre es mit einer Nacht unter freiem Himmel? Oder mit einer Wanderung zu einem Punkt auf der Karte, den du vorher blind auswählst? Alastair Humphreys, von National Geographic als „Adventurer of the Year 2012“ ausgezeichnet, hat den Aktivurlaub mit kleinen Abenteuern unter dem Begriff „Microadventure“ bekannt gemacht.

Das Credo des Briten: Um spannende Erlebnisse zu haben, muss man weder um die halbe Welt fliegen, noch braucht man eine aufwendige Ausrüstung. Nach seiner Definition ist ein Microadventure ein Abenteuer draußen, „das klein und erreichbar ist für normale Menschen mit echtem Leben“. Es ist etwas, was du in deiner näheren Umgebung erleben kannst, ohne viel Geld ausgeben zu müssen.

Was soll das bringen?

Ein solches Mikroabenteuer fordert dich heraus, die Grenzen deiner Komfortzone auszureizen oder einmal bewusst über die Grenzen zu gehen. Die Belohnung, die dir dafür winkt: Adrenalinausstoß, Glücksgefühle, tiefe Befriedigung, die Angst überwunden zu haben – vor allem aber Horizonterweiterung. Außerdem kommst du mit den meisten Mikro-Abenteuern wieder mehr in Kontakt mit dir und mit dem Hier und Jetzt. Vor allem aber kommst du mehr in Kontakt mit der Natur um dich herum. Viele der Mikroabenteuer, eignen sich jedoch auch dafür, sie zusammen mit einer anderen Person zu erleben. Nicht wenige davon können ebenso wunderbare Erlebnisse mit Kindern sein.

Anregungen für 10 Microadventures in und um München

  1. Fahre mit der Straßenbahn, der U- oder S-Bahn bis zur Endstation und erkunde die Gegend dort oder laufe zu Fuß nach Hause.
  2. Nimm dein Fahrrad und versuche, zwei Stunden lang immer genau in eine Richtung zu fahren.
  3. Such dir eine Woche lang jeden Tag einen anderen Weg zur Arbeit.
  4. Mach eine Wanderung durch die Stadt. Lass den Zufall entscheiden: Geh einfach los und lass an jeder Kreuzung eine Münze entscheiden, ob du nach links oder nach rechts gehst.
  5. Nimm einen Stadtplan (Google Maps geht natürlich auch), schließe die Augen und zeige auf einen Punkt. Dann marschierst du dorthin.
  6. Nimm dir eine Isomatte mit, leg dich auf eine Wiese und beobachte die Wolken.
  7. Mache einen Mondspaziergang im Englischen Garten oder am Stadtrand.
  8. Stehe früh auf und beobachte den Sonnenaufgang vom Olympiaberg aus.
  9. Mache eine Stadtführung mit:

    Falls du keine Lust auf eine der kommerziellen Führungen rund um Hofbräuhaus und Schloss Nymphenburg hast, buche eine Führung der Straßenzeitung BISS und lerne München von einer anderen Seite kennen. Oder wie wäre es mit einem literarischen Spaziergang durch Schwabing.

    Verabrede dich mit einigen Freunden zu einer persönlichen Stadtführung. Vereinbart, dass sich jeder zum Beispiel in der Innenstadt oder in Schwabing ein interessantes Objekt aussucht, dazu schlau macht und es allen vorstellt. Mein Tipp: Einigt euch auf einen relativ kleinen Radius (nicht mehr als ein Kilometer) um den Treffpunkt herum.
Microabenteuer
  • 10. Suche dir im BOB-Meridian-Fahrplan ein Ziel und erkunde da die Gegend:

    In Schliersee zum Beispiel kannst du zur Schliersbergalm steigen oder mit der Seilbahn fahren, und auf den Schlierberggipfel oder nach Zielmoos wandern (eine bzw. eineinhalb Stunden Wanderzeit). Oder du läufst von Tegernsee nach Rottach-Egern (fünf Kilometer Strecke, etwa eineinhalb Stunden) und fährst mit dem Schiff zurück nach Tegernsee (Schiffbetrieb auch im Winter).

    Für ausdauernde Wanderer: Fahre nach Scharnitz im Karwendel und mache eine Wanderung zum Isarursprung. Die Tour ist nicht besonders anspruchsvoll, dauert aber hin und zurück etwa sechs Stunden (Streckenlänge: 28 Kilometer).

Über den Autor

Franz hat zusammen mit Utopia.de ein Journal für nachhaltiges Leben geschrieben, das beim oekom Verlag erschienen ist: Meine Reise nach Utopia.


Titelbild by Annie Spratt on Unsplash

Photo by Philipp Bachhuber on Unsplash

Foto by Thomas Griesbeck on Unsplash

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