5 gute Gründe, warum wir auf privates Feuerwerk verzichten sollten

Silvester Feuerwerk

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Vielleicht wollen wir es momentan noch nicht wahrhaben, aber in nicht allzu ferner Zukunft fängt der Dezember an und der verfliegt ja bekanntlich vor lauter Stress wahnsinnig schnell. Und womit endet der Dezember? Richtig – mit der wohl überschätztesten Nacht des Jahres – Silvester. Silvester bedeutet Glitzer, Glamour, Champagner, es ein letztes Mal richtig krachen lassen und das Jahr gebührend verabschieden. Krachen lassen gilt wohl für die meisten Menschen im wortwörtlichen Sinne.

Doch braucht es die Dreckschleuder „Feuerwerk“ wirklich?

In noch keinem anderen Land, in dem ich den Jahreswechsel gefeiert habe, waren die Menschen so verrückt nach Feuerwerk. In Deutschland ist man scheinbar gewillt, Unsummen von Geld in der letzten Nacht des Jahres anzuzünden und in den Nachthimmel zu schießen. Letztes Jahr verpulverten wir hier 137 Millionen Euro.

Am Tag darauf zeigen sich die Überreste des Spektakels auf den Straßen: überall liegen noch für Wochen die zermatschten rotbraunen Reste von Böllern, Raketenstiele und Plastikverpackungen. Ganz unabhängig vom Müll, der durch Feuerwerk entsteht, kennt jeder mit einem Haustier die Panik, die das Geböllere unter Tieren auslöst.

Auf Facebook wird dieses Jahr im Rahmen einer Veranstaltung dazu aufgerufen, auf privates Feuerwerk zu verzichten. Innerhalb weniger Tage sind bereits über 60 000 Menschen an der Veranstaltung interessiert (Stand 16.11.), laut Veranstaltern hat die Seite in den ersten Tagen schon über 3 Millionen Menschen erreicht. Und auch im Forum wird vehement über den Umgang mit Feuerwerk diskutiert.

Warum wir der Meinung sind, dass es besser ist, auf Feuerwerk zu verzichten?

  1. Es macht wahnsinnig viel Dreck

Jede einzelne Rakete und jeder einzelne Böller bedeutet Müll, von dem wir eigentlich schon mehr als genug produzieren. Während wir uns während des Jahres für Plastikvermeidung einsetzen, scheinen wir plötzlich alles zu vergessen und verlernen, wenn es um Silvester geht. An keinem anderen Tag sieht es auf unseren Straßen so vermüllt aus, wie an Neujahr. Überflüssig zu erwähnen, dass all der Müll wieder aufgeräumt werden muss und dass ein Großteil davon nicht recycelt werden kann.

 

  1. Unsere Feinstaubwerte sind sowieso schon zu hoch

Wenn wir schon bei Dreck sind: Die Silvesternacht kostet uns nicht nur über 100 Millionen Euro, sondern laut Umwelt Bundesamt auch 5.000 Tonnen Feinstaub. Und dass Feinstaub in der Luft uns krank macht, ist bekannt. Folgen sind zum Beispiel Lungenentzündungen und ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte. Vor allem Asthmatiker haben mit den Partikeln in der Luft, die je nach Wetterlage noch für längere Zeit dort bleiben, zu kämpfen. Laut der WHO sind bereits geringe Feinstaubmengen in der Luft bedenklich für unsere Gesundheit.

 

  1. Es ist gefährlich

Noch offensichtlichere Probleme, die das Feuerwerk unserer Gesundheit bescheren kann, liegen im wahrsten Sinne des Wortes auf der Hand. Beim letzten Jahreswechsel hatten alle Krankenhäuser in Deutschland mit einem erhöhten Verletzungsaufkommen zu tun, in Brandenburg starben sogar zwei Menschen an den Folgen ihres Geböllers. Auch wenn sie ungefährlich scheinen, können Feuerwerkskörper ganze Gliedmaßen absprengen und sollten nicht unterschätzt werden.

 

  1. Tiere fürchten sich davor

Haustierbesitzer kennen die Sorgen, die man sich jedes Jahr an Silvester macht. Sie wissen, in welche Panik es Tiere versetzt, wenn es die gesamte Nacht über laut knallt. Diese Panik betrifft natürlich auch Wildtiere, die deswegen teils sogar aus ihrem Winterschlaf aufwachen. Aus diesem Grund sollte Feuerwerk nicht in der Nähe von Wäldern und Weiden entzündet werden, wo die Tiere in unnötige Panik versetzt werden.

 

  1. Das Geld ist anderswo besser aufgehoben

Scheinbar vergessen wir uns in Deutschland komplett, sobald die ersten Feuerwerkskörper in den Supermärkten stehen. Die 137 Millionen im Jahr könnten an anderen Orten wesentlich besser gebraucht werden, aus diesem Grund gibt es auch Aktionen wie Brot statt Böller. Und während wir an genau solchen Stellen helfen könnten, entscheiden wir uns lieber, Böller zu kaufen. Bei dem Ergebnis von einem einzigen Knall (vielleicht noch begleitet von einem Lichtblitz) könnte man das Geld eigentlich auch direkt anzünden.

Aber was könnte man denn alternativ an Silvester treiben – es ist ja immerhin die letzte Nacht des Jahres?

Wie wäre es denn mit…

…Der obligatorischen Raclette-Völlerei?

…Draußen auf das neue Jahr Anstoßen ohne dabei Raketen zu schießen?

…Ein offizielles Feuerwerk anschauen?

Klar, das Zündeln macht auch echt Spaß und natürlich war ich mit 12 ziemlich enttäuscht, dass in dem Ort in Frankreich kein Feuerwerk erlaubt war. Wenn man aber mal genauer darüber nachdenkt, ist ein großes professionelles Feuerwerk wesentlich beeindruckender als die paar Knaller, die man selbst loslässt. Und wenn man so gar nicht auf Feuer verzichten möchte, sind Wunderkerzen auch noch eine Option.


Beitragsbild: © Unsplash/Ian Schneider

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